Reifenpanne! So einfach ist ein Radwechsel

9 Mai
Reifenpanne
Kein langes Warten auf den Pannendienst

Eine Reifenpanne ereilt einen Autofahrer laut ADAC alle zehn Jahre. Statistisch gesehen wird demnach nahezu jeder Fahrer mindestens einmal mit einem „Platten“ konfrontiert. Das kann beim Losfahren von zu Hause auffallen, wenn die Luft über Nacht durch ein Loch langsam entwichen ist. Es kann aber auch bei voller Fahrt auf der Autobahn ein Reifen platzen.

Gut, wenn man dann in der Lage ist, selbst ein Rad zu wechseln, denn das Warten auf den Pannendienst kann lang werden. Ein Rad zu wechseln ist tatsächlich gar nicht schwer, allerdings muss man das etwa 25kg schwere Ersatzrad aus dem Kofferraum wuchten können.

 

Tipps für Radwechsel
  • Idealerweise übt man  einmal zu Hause den „Ernstfall“
  • der Radwechsel geht im Ernstfall auch schneller, wenn man vorher nachgeschaut hat, wo der Wagenheber anzusetzen ist (Bedienungsanleitung)
  • folgendes sollte man immer im Auto dabei haben und zudem wissen, wo im Wagen es zu finden ist:
    • vollwertiges Ersatzrad (besser als nur ein Notrad) – sonst macht alles andere auch keinen Sinn 
    • Handschuhe & Kittel (weil man beim Radwechsel dreckig wird)
    • Wagenheber
    • Radmutternschlüssel
    • ein kleines Brettchen zum Unterlegen bei weichem Untergrund
    • idealerweise Drehmomentschlüssel (einfacher & sicherer als Radmutternschlüssel)

 

Radwechsel Schritt für Schritt:
  • Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen, bzw. Automatik-Wählhebel in Stellung „P“ bringen
  • falls nötig, Warndreieck aufstellen (innerorts 50m, außerorts 100m; auf Autobahn mind. 150m Abstand – Warnweste anziehen & hinter Leitplanke gehen)
  • Werkzeug und Ersatzrad bereitlegen
  • Radkappe (soweit vorhanden) mit dem spitzen Ende des Radmutternschlüssels abhebeln
  • Radmuttern zunächst nur etwa eine halbe Umdrehung lösen
  • Wagenheber ansetzen (Aufkleber mit Sicherheitshinweisen beachten!) Ist der Untergrund weich, ein kleines Brett unterlegen. Nahe der Vorder- und Hinterräder gibt es verstärkte Stellen, damit der Unterboden nicht beschädigt wird
  • Fahrzeug anheben, bis Montagehöhe für das Reserverad erreicht ist
  • Radmuttern ganz abschrauben
  • defektes Rad abnehmen und unter das Fahrzeug legen
  • Reserverad aufsetzen und alle Radmuttern handfest anschrauben
  • defektes Rad unter dem Fahrzeug hervorholen
  • Fahrzeug ablassen
  • Radmuttern über Kreuz anziehen
  • Wagenheber, Werkzeug und Reserverad verstauen
  • Warndreieck einsammeln
  • an nächster Tankstelle Luftdruck prüfen und Radmuttern nochmals nachziehen,
    bei nächster Gelegenheit Radmuttern in Werkstatt auf korrektes Anzugs-Drehmoment hin überprüfen lassen
  • Beim Wechsel von Stahl- auf Alu-Felgen und umgekehrt müssen häufig andere Radschrauben bzw. Radmuttern verwendet werden! Diese am besten beim Bordwerkzeug oder im Handschuhfach aufbewahren! Das gleiche gilt für „Felgenschlösser“ zur Diebstahlsicherung!

 

Pannenset, Run-Flat, Reserverad, Notrad – was macht Sinn?

Pannenset

Reifen-Pannensets benötigen wenig Platz – und sind vor allem Gewichts sparend, was sich auf den Kraftstoffverbrauch vorteilhaft auswirkt. Das Dichtmittel kann freilich nur Stichverletzungen oder kleine Risse in der Lauffläche abdichten. Weitere Beschädigungsbilder wie Laufflächenablösung, größere Risse, Gewebebruch oder auch undichte Ventile lassen sich damit nicht abdichten. Derartige Hilfsmittel gelten nur als Notbehelf es darf nur vorsichtig und mit geringer Geschwindigkeit bis zur nächsten Fachwerkstatt gefahren werden. Laut Straßenverkehrszulassungsordnung darf ein mit Reifendichtmittel behandelter Reifen nicht repariert werden.

 

Vorteile:

  • wenig Platzbedarf
  • leicht
  • Reserverad entfällt (Gewicht)

 

Nachteile:

  • begrenzte Mobilität
  • nur Beschädigungen in der Lauffläche können repariert werden
  • nach Anwendung keine Reifenreparatur möglich
  • aufwändige Pannenbehebung

 

 

Run-Flat-Reifen

Bei dieser speziellen Reifenbauart verhindert ein zusätzliches Gummielement im Inneren das Einfallen des beschädigten Pneus bei einem Druckverlust. Da man unter Umständen einen schadhaften Reifen gar nicht „spürt“, sind Fahrzeuge mit Run-Flat-Technologie zwangsläufig mit einem Reifendruck-Kontrollsystem ausgestattet. Die allgemein größere Stabilität des Run-Flat-Reifens kann zudem bei Druckverlust – insbesondere bei hoher Geschwindigkeit und in Kurven – vor schweren Unfällen schützen. Und nachdem der Fahrer bei einer Panne nicht auszusteigen braucht, entsteht diesbezüglich auch kein Sicherheitsrisiko. Natürlich muss der schadhafte Reifen zeitnah erneuert werden. Run-Flat-Reifen haben auch Nachteile: Der verstärkte Pneu wiegt etwa 40 Prozent mehr als ein vergleichbarer Standardreifen – und ist auch rund 40 Euro teurer, zuzüglich einer aufwendigeren Montage. Leider wird auch der Fahrkomfort durch die schweren Reifen verschlechtert.

 

Vorteile:

  • Reserverad entällt (Gewicht)
  • Sicherheit
  • Handhabung
  • kein zusätzlicher Platzbedarf

 

Nachteile:

  • begrenzte Mobilitätssicherung
  • Komforteinbußen
  • hohes Gewicht
  • Zusatzkosten

 

 

Reserverad

Das Ersatzrad bietet nach einer Reifenpanne eine uneingeschränkte Mobilität. Selbst nach extremen Reifenschäden (Laufflächenablösung, Reifenplatzer) kann man ohne Einschränkung weiterfahren – sobald das Ersatzrad montiert wurde. Dies ist jedoch mit hohem Aufwand verbunden und stellt am Fahrbahnrand häufig ein Sicherheitsrisiko dar. Außerdem können moderne große Räder – insbesondere bei SUV/Geländewagen – von Personen mit ungenügender Konstitution kaum aus dem Kofferraum und auf die Achse gewuchtet werden. Es benötigt aber Platz und ist schwer. Hochgerechnet auf 100.000 Kilometer werden etwa 60 Liter Kraftstoff zusätzlich verbraucht.

 

Vorteile:

  • Mobilität
  • bei allen Reifenschäden einsetzbar

 

Nachteile:

  • aufwendige Pannenbehebung
  • hoher Platzbedarf/Gewicht
  • Sicherheitsrisiko bei Pannenbehebung

 

Notrad

Häufig werden Noträder als günstigere Alternative zum vollwertigen Ersatzrad angeboten. Die Refendimension ist deutlich kleiner, dadurch wird nicht so viel Platz beim Verstauen benötigt. Ein Notrad kann nach allen Reifenschäden angewendet werden (sofern nicht in seltenen Fällen das Radhaus oder die Bremsleitung in Mitleidenschaft gezogen wurden), allerdings ist eine Weiterfahrt nur mit höchstens 80 km/h möglich. Die maximale Fahrstrecke hat ebenfalls Grenzen, unter anderem, weil das Differential durch die unterschiedlichen Dimensionen von Fahrbereifung und Notrad stärker beansprucht wird. Der Kraftstoffmehrverbrauch ist aufgrund des Gewichtes feststellbar, allerdings geringer als bei einem vollwertigen Ersatzrad.

 

Vorteil:

  • bei allen Reifenschäden ohne Begrenzung einsetzbar

 

Nachteile:

  • aufwendige Pannenbehebung
  • Platzbedarf/Gewicht
  • begrenzte Mobilität
  • Sicherheitsrisiko bei Pannenbehebung
Bild: Reifenpanne

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