Test Porsche Carrera GTS - Einer geht noch

13 Nov - Porsche
Neuester 911er ist der GTS, der eine bislang von den meisten gar nicht als solche wahrgenommene Lücke schließen soll.. Foto: Porsche Also noch eine Variante des 911. Denn die Porsche-Strategen glaubten, eine Lücke im offensichtlich nur scheinbar lückenlosen Programm der Heckmotor-Ikone entdeckt zu haben. Sie klafft zwischen 294 kW/400 PS des Carrera S und den 350 kW/475 PS des GT3, einem Rennsportler mit Straßenzulassung. Dazwischen schiebt sich jetzt der neue GTS, der 316 kW/430 PS entweder nur an die Hinterräder oder gegen 7.140 Euro mehr auch an alle vier Ecken der neuen Variante schickt. Wer bei entsprechendem Wetter gerne unter freiem Himmel düst, zahlt für das Weglassen des Blechdachs stolze 12.733 Euro mehr, landet also bei 130.282 Euro, bzw. 137.422 Euro für den offenen Allradler.

Alleine derartige Zahlen bedingen eine Portion Ehrfurcht beim ersten Rundgang um den GTS, der auf der Autoshow in Los Angeles seine Weltpremiere feiert. Allerdings ist schon ein ausgewiesener Porsche-Experte gefragt, um den Neuling als solchen zu identifizieren. Nur ihm wird auffallen, dass der GTS serienmäßig auf 20-Zoll-Rädern mit Zentralverschluss steht, die bisher dem Super-911, dem Turbo S, vorbehalten waren. Oder dass die Leisten auf dem Lufteinlassgitter schwarz lackiert und die Endrohre schwarz verchromt sind. Als sichtbarstes Erkennungsmerkmal bleibt der GTS-Schriftzug auf Türen und Heckdeckel.

Serienmäßig wird im GTS von Hand geschaltet, sieben Gänge mit kurzen Wegen und kräftigem Zupacken. Eine Anzeige im Drehzahlmesser hilft, den richtigen Zeitpunkt zum Gangwechsel hinauszuzögern. Denn die eigenen Ohren würden schon vor Erreichen der Maximaldrehzahl von 7.800 Umdrehungen den Befehl zum Schalten geben. Ist die Sport-Taste in der Mittelkonsole gedrückt, röhrt der 3,8-Liter-Sechszylinder beim Tritt aus Gas markant los, bleibt aber laut Porsche in den erlaubten Lärm-Grenzen.

Auch für Wohlbefinden in Tempo-30-Zonen ist gesorgt: sportbetonte Alcantara-Sitze, Zierelemente in gebürstetem Aluminium, alles ebenso perfekt verarbeitet wie die übrige Ausstattung, dazu Klimaautomatik und ein Audiosystem mit 7-Zoll-Touchscreen-Monitor und neun Lautsprechern mit 235 Watt Leistung.

Unter Strich bleibt nur eine Frage: Lohnen die 30 PS mehr einen Aufpreis von über 12.000 Euro gegenüber dem "normalen" Carrera S? Porsche hat eine verblüffende Antwort parat: Danach ist der GTS sogar fast ein "Schnäppchen". Wer nämlich den normalen "S" auf 430 PS hieven will, muss für diesen Kraftschub laut Aufpreisliste über 13.000 Euro aufbringen. Dazu hat der GTS einige Extras, die sonst ebenfalls extra bezahlt werden müssen. Beispiele sind die Alcantara-Bestuhlung, die Bi-Xenon-Scheinwerfer oder die Sportabgas-Anlage, die für tollen Boller-Sound sorgt. (SP-X)(motor-traffic.de) Bild: Neuester 911er ist der GTS, der eine bislang von den meisten gar nicht als solche wahrgenommene Lücke schließen soll.. Foto: Porsche

Bitte warten...