Renault Espace - Der Van ist tot, es lebe der Crossover

2 Apr - Renault Espace
Der Espace ist das Flaggschiff der Marke Foto: Renault

Mit großen Vans ist aktuell kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Die Zulassungszahlen im Familienauto-Segment schrumpfen seit Jahren. Renault reagiert und wertet den Espace in der neuen Generation zum modischen SUV-Van auf. Ab Anfang Mai steht der fünf- bis siebensitzige Crossover zu Preisen ab 33.550 Euro beim Händler.

Ein Hingucker ist der neue Espace auf jeden Fall geworden. Vom revolutionären One-Box-Design des Ur-Modells ist nichts übrig: Die mächtige Motorhaube macht auf Geländewagen und auch die höher gelegte Kabine mit den geduckten Fensterflächen sieht wenig nach Van aus. Auf 4,86 Metern Länge bietet der Renault Platz für fünf Insassen, eine gut zugängliche und zumindest für Kinder bequeme dritte Sitzreihe kostet 800 Euro. Das komplette Gestühl lässt sich vom Fahrersitz aus per Knopfdruck im Wagenboden versenken. Vom Kofferraum aus geht das auch, macht aber natürlich nicht den gleichen Eindruck. Viel investiert haben die Franzosen in die Materialqualität: Leder, Kunststoffe, die Oberfläche des zentralen Tablet-Bildschirms in der Mittelkonsole oder die Dreh-Drücksteller fühlen sich eine Klasse besser an als im Vorgänger.

Beim Antrieb des Fünftürers besteht zum Start die Wahl zwischen zwei Dieseln und einem Benziner, allesamt mit 1,6 Litern Hubraum und Turboaufladung. Basistriebwerk ist ein 96 kW/130 PS starker Selbstzünder, darüber rangiert ein neuer Biturbo-Diesel mit 118 kW/160 PS. Einziger Ottomotor ist ein Vierzylinder mit 147 kW/200 PS. Volumenmotor dürfte der stärkere Diesel werden. Das kleinere der beiden 1,6-Liter-Aggregate muss sich zu arg anstrengen, den großen Espace voranzubringen, der Benziner wird im Alltag wohl recht durstig werden.

Dass der Espace sehr behände in die Kurven geht - und auch wieder heraus - verdankt der große Renault auch seiner Allradlenkung. Die ist in der Top-Version serienmäßig, kostet sonst in einem Paket mit anderen Extras 2.000 Euro Aufpreis und steuert bei höheren Geschwindigkeiten die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die vorderen. Das ermöglicht zackigere Kurvenfahrten. Der wahrscheinlich wichtigere Vorteil der Allradlenkung ist aber, dass die beiden gelenkten Achsen im Stadtverkehr das Rangieren erheblich erleichtern. Denn dann schlagen die Hinterräder in entgegengesetzter Richtung zur Vorderachse ein.

Weil der Espace das Flaggschiff der Marke sein soll, geizen die Franzosen nicht mit der Ausstattung. Selbst LED-Scheinwerfer, 8,7-Zoll-Touchscreen, Licht- und Regensensor oder Navi sind schon in der Basisversion an Bord. In der nächsthöheren Linie "Intens" sind Textilledersitze, Notbremsassistent, Spurhalte-Warner, Abstandwarner oder Verkehrszeichenerkennung dabei, die Topausstattung "Initiale Paris" schwelgt in Nappaleder, Bose-Surround-Sound, vielfach verstellbaren Massage-Sitzen, adaptivem Fahrwerk und Allradlenkung. Unter 44.500 Euro geht dann aber nichts.

(SP-X) (motor-traffic.de)

Bild: Der Espace ist das Flaggschiff der Marke Foto: Renault

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