New York Auto Show - Mercedes und die neue Edel-Konkurrenz

31 Mär - Mercedes-Benz
Mit der Studie Continental zeigt Lincoln, wie die Marke in die Oberklasse zurückkehren will Foto: Ford

Mit gerade einmal 22 Premieren ist die New York Auto Show eine der im globalen Maßstab weniger wichtigen Pkw-Messen des laufenden Jahres. Trotzdem ist sie nicht nur für Autokäufer an der amerikanischen Ostküste interessant. Denn zu den Debütanten zählen auch einige für uns interessante Modelle.

Aus deutscher Sicht lohnt vor allem der Mercedes GLE den Blick über den großen Teich. Was nach einem ganz neuen Modell klingt, ist in Wahrheit zwar nur die geliftete und nach neuer Markenterminologie umbenannte M-Klasse. Doch neben dem nun schnittiger gezeichneten Blech hat sie auch neue Technologien zu bieten: So ist das große SUV künftig nicht nur mit Seitenwind- und Kreuzungs-Assistent ausgerüstet, sondern auf Wunsch auch mit Steckdosenanschluss für einen Plug-in-Hybridantrieb zu haben. Die Kombination aus V6-Benziner und Elektromotor kommt auf 325 KW/442 PS und soll laut - dem wie bei dieser Antriebsart üblich - wenig realistischen Normverbrauchswert mit 3,3 Litern Kraftstoff auskommen. Als zivilere Möglichkeit zum Spritsparen gibt es das bisher ausschließlich als Allrader angeboten SUV erstmals auch in einer Version mit Heckantrieb.  

Nicht wenige Mercedes-Vertreter dürften im Anschluss an die GLE-Enthüllung ein paar Stände weiter ziehen und bei Jaguar den neuen Konkurrenten für ihre E-Klasse in Augenschein nehmen. Äußerlich wird ihnen bei der zweiten Auflage des Businessmodells XF nicht viel Neues auffallen. Weil aber die Karosserie nun zum Großteil aus Aluminium ist und unter der Haube neue Vierzylindermotoren einziehen, wird der coupéhaft geschnittene britische Viertürer sparsamer. Und trotz des weiterhin dynamischen Äußeren ist nun auch im Fond ein standesgemäßes Platzangebot vorhanden. Die Markteinführung in Deutschland erfolgt im Herbst. Schwestermarke Land Rover zeigt mit einer Edel-Version des Range Rover, wie die britische Version eines "Maybach"-Modells aussähe. Die neue Autobiography-Version aus der neuen hauseigenen Individualisierungsschmiede SVO setzt auf edelste Materialien, mehr Motor-Power (405 kW/550 PS) und erlesene Extras für Fond-Passagiere.

Eine Nummer kleiner geht der Lexus RX in eine neue Runde. Das edle SUV der gehobenen Mittelklasse hat in der aktuellen Generation vor allem in den USA mit luxuriöser Anmutung und sparsamem Hybridantrieb Freunde gefunden. Die nun bereits vierte Auflage will noch ein wenig genügsamer sein, zusätzlich aber sportlicher auftreten als ihre Vorgänger. Wie das zumindest äußerlich geht, zeigt sei Jahren der Infiniti QX50 (vormals EX) aus dem Nissan-Konzern, der an der US-Ostküste erstmals seine geliftetes und gestrecktes Blech zeigt.

Konkurrenz droht den deutschen Premiummarken aber künftig auch wieder aus den USA. Cadillac dürfte in New York sein neues Flaggschiff CT6 vorstellen, dass technisch und bei der Anmutung endlich zu Mercedes S-Klasse und Co. aufschließen will. Auch Fords Edeltochter Lincoln träumt von der Rückkehr zu alter Stärke und stellt die Studie zur geplanten Neuauflage des Oberklassemodells Continental vor - in den 60er-Jahren eines der elegantesten Luxusautos überhaupt, über die Jahrzehnte aber zur Karikatur des Ami-Dickschiffs verkommen. Beide Modelle sollen nicht nur in den USA Mercedes und Co. das Leben schwer machen, sondern vor allem in China, das als wichtigster Absatzmarkt gilt.

Allein auf die neue, alte Gigantomanie zu deuten, würde den US-Hersteller aber Unrecht tun. Cadillacs bürgerliche Schwester Chevrolet hat in New York nämlich seinen neuen Kleinstwagen Spark im Programm. Der ist so etwas wie die außer-europäische Version des Opel Karl und soll wie sein Vorgänger vor allem am Produktionsstandort Südkorea, den USA und in Südamerika Käufer finden.

(SP-X) (motor-traffic.de)

Bild: Mit der Studie Continental zeigt Lincoln, wie die Marke in die Oberklasse zurückkehren will Foto: Ford

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