Lexus RC-F - Ein klassischer Drehzahl-Profi

12 Dez - Lexus RC
Mit dem RC-F bringt der japanische Edelhersteller Lexus erstmals in seiner Markengeschichte ein rassiges Power-Coupé nach Europa Foto: Lexus

Mit dem RC-F bringt der japanische Edelhersteller Lexus erstmals in seiner Markengeschichte ein rassiges Power-Coupé nach Europa. Der V8 in rar gewordener, klassischer Sauger-Ausführung macht auch Mercedes-, BMW oder Jaguar-Fahrer schwach. Mit einem Basispreis von 74.900 Euro ist der RC-F freilich kein Schnäppchen.

Unter der Haube steckt ein fünf Liter großer Achtzylinder ohne Zwangsbeatmung, dessen 351 kW/477 PS auf die Hinterräder gehen. Dass die Techniker den Boliden nicht bei 250 Sachen abregeln würden, war zu erwarten. Mit 270 km/h hat man einen Kompromiss zwischen japanischem Understatement und dem Verlangen der Leistungs- und Tempo-Gesellschaft geschlossen.

Obwohl man dem Coupé seine bärigen Kräfte ansieht, wirkt er nicht prollig. Die einschlägige Auspuffanlage fällt auf, wurde aber harmonisch in den Stoßfänger integriert. Die großmaulige Front ist extrovertiert und ein gelungener Hingucker.
Die mächtigen Sportsitze empfangen den Fahrgast mit anschmiegsamem Leder und halten ihn fest im Griff. Der RC krallt sich in den Asphalt und nimmt anspruchsvolle Kehren gerne quer, wenn man ihn nur lässt; wer den Lexus vorwiegend forciert einsetzt, sollte zum so genannten Torque-Vectoring-Differenzial greifen, das den Kraftfluss zwischen linkem und rechtem Hinterrad aktiv per Lamellenkupplung steuert.

Auch Geraden machen mächtig Laune. Süffig und leichtfüßig erreicht der Drehzahl-Profi die 7.000-Touren-Marke und überschreitet sie bei Bedarf sogar. Mit bassigem Timbre zeigt er an, welcher Gattung er entstammt und macht innen fast mehr Ton als außen. Trotz grundsätzlich straffer Note taugt der RC-F auch wunderbar als kommoder Cruiser, wenn er im achten Gang knapp über Leerlaufdrehzahl dahinrollt.

Ein bisschen Spielerei wird beispielsweise in Form eines G-Kräftemessers oder einer Stoppuhr im Kombiinstrument geboten. Dieselbe Einheit kann ab sofort auch Navigationspiktogramme ausgeben. Für Sicherheit sorgt unter anderem ein autonomes Bremssystem, das aber erst in Verbindung mit höheren Ausstattungslevels geliefert wird - dann kratzt der RC-F schon an der 90.000-Euro-Grenze. Darüber hinaus gibt es die üblichen Assistenten, die vor dem versehentlichen Verlassen der Spur genauso warnen wie vor herannahendem Verkehr beim rückwärtigen Ausparken. Knöpfchen in rauen Mengen, nach dem Gießkannen-Prinzip verteilt, sowie das spezielle Touchpad zur Steuerung des komplexen Menüs sind des einen Freud und des andren Leid. In Sachen Verarbeitung gibt es keine Klagen, da mimt der Japaner ganz die solide Burg.
(SP-X) (motor-traffic.de)

Bild: Mit dem RC-F bringt der japanische Edelhersteller Lexus erstmals in seiner Markengeschichte ein rassiges Power-Coupé nach Europa Foto: Lexus

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