Knaus Tabbert: Schwergewicht mit Hang zum Leichtbau

16 Jun
Tab Colorkit Offroad. Foto: ampnet/Knaus

Mit Knaus Tabbert GmbH tief im Bayerischen Wald muss man wieder rechnen, vielleicht sogar mehr als vor der Krise. Rund 20 Prozent Marktanteil bei den Caravans und fast zwölf Prozent bei den Reisemobilen zeigen: Die Jandelsbrunner sind in ihrer Branche ein Schwergewicht und sind inzwischen so stark, dass sie sich sogar dem Leichtbau widmen können. Zum Caravan-Salon in Düsseldorf (29. August bis 6. September 2015) wollen sie ihren Knaus Travelino in einer Serienversion zeigen, einen Vier-Personen-Wohnwagen mit 650 Kilogramm Leergewicht.

Die finanziell schweren Zeiten sind offensichtlich schon vergessen, denn für das vergangene Geschäftsjahr hatte Knaus Tabbert sogar eine Prämie für die Mitarbeiter und Dividende für die Eigentümer übrig. Jetzt rechnet das Unternehmen nach 297 Mio Euro Umsatz im vergangenen Jahr wieder mit deutlichem Wachstum. Der Plan verlangt 335 Mio Euro. Doch die Bestellungen liegen bereits über Plan. Das kommende Jahr soll dann den Sprung über die 400-Millionen-Euro-Grenze bringen und das bei unverändertem Personalstamm.

Drei - eigentlich sogar vier - Marken hat das Unternehmen am Start. Weinsberg spielt in dem klassischen Dreiklang die Rolle der Einsteiger-Marke. Knaus besetzt die Mittelklasse. Und darüber thront Tabbert. Das Enfant terrible in dieser Markenfamilie ist Tab, was der Kunde schon an der Schreibweise "t@b" ablesen soll.

Der Tab erinnert mit seiner Ei-Form an die Aerodynamik der 30-er Jahre und die Form der ersten Wohnanhänger. Volksmund: Knutschkugel. Für den neuen Jahrgang wurde der Tab neu entwickelt, gewann dabei an Größe und Charakter. Er steht in zwei Aufbaulängen als 320 RS und 320 Offroad und als 400 TD sogar mit Bad in Düsseldorf. Das alte Modell wird als Tab Cult Edition neue Freunde suchen.

Um die Jugend kämpft auch der ebenfalls neu entwickelt Knaus Sport & Fun mit sehr modernem, sehr farbigem Interieur. Sonst hat sich Knaus bei den Caravans, nach der Erneuerung großer Teile der Palette im vergangenen Jahr dieses Jahr auf Feinarbeiten beschränkt, die der Wertigkeit dienen sollen. Bei den Tabbert-Modellreihen Rossini, Da Vinci, Vivaldi und Puccini wird der Messebesucher daher nur einige neue Grundrisse entdecken und viele ansehnlich und sinnvolle Details entdecken.

Bei den Reisemobilen lockt Knaus mit dem neu entwickelten Modell Sun i, dem Topmodell, von dem sich Knaus schon wegen seines Kampfpreises von 96.700 Euro Aufmerksamkeit verspricht. Hier fahren die Jandelsbrunner alles zusammen, was einem in einem großen vollintegriertem Reisemobil vor allem das Stehen als angenehm erleben lässt.

Die klassische Reisemobil-Marke Weinsberg lebt offenbar gut mit ihrer Erweiterung auf Caravans. Aber auch hier werden im neuen Jahrgang die spektakulären Änderungen ausbleiben. Nur für den Weinsberg Cara One 550 UK wird exklusiv für Skandinavien ein neuer Grundriss angeboten werden.

Für alle Modelle und für alle Marken gilt: Feinschliff lautet die Devise. Bei Wohnwagen und Reisemobilen von Knaus Tabbert gilt dieses Jahr, was der Pkw-Käufer schon lange kennt: Optimierungen finden oft unauffällig unter der Oberfläche statt. In diesem Jahr gilt das auch für das Thema Gewicht. Im Schnitt - so Geschäftsführer Gerd Adamietzky jetzt bei der Jahres-Pressekonferenz des Unternehmens in Bad Griesbach - sind die Reisemobile um rund 100 Kilogramm leichter geworden. Spitzenreiter ist der Knaus Van TI mit 120 Kilogramm. "Wir haben das Gewicht nicht durch Weglassen erreicht", versichert Adamietzky. Das gilt hoffentlich auch für das Leichtgewicht Knaus Travelino, bei dem neue Füge- und Klebetechniken und neue Materialien den Unterschied bringen sollen.

(ampnet/Sm)
(motor-traffic.de)

Bild: Tab Colorkit Offroad. Foto: ampnet/Knaus

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