Infiniti Q70 Hybrid - Der große Unbekannte

10 Mär - Infiniti Q70

Er ist der große Unbekannte in der gehobenen Mittelklasse, gerade einmal 44 Exemplare wurden hierzulande im letzten Jahr vom Infiniti Q70 zugelassen. Dabei gibt es die Luxuslimousine (ab 57.300 Euro) mit ihrem leistungsorientierten Hybridantrieb nun schon so lange, dass sie jetzt zum ersten Mal überarbeitet wurde.

Das Auto ist durchaus ein Statement - von außen, weil die Limousine mit ihren 4,98 Metern ein stattliches Format hat und nicht erst seit der serienmäßigen Einführung der LED-Scheinwerfer zur Modellpflege frischen Glanz ins Einerlei der gehobenen Mittelklasse bringt. Von innen, weil alles zwar ein bisschen barock und schwülstig aussieht, aber dafür piekfein gestaltet und auf maximalen Verwöhnkomfort ausgelegt ist. Und unter der Haube, weil dort ein Hybrid-Antrieb steckt, der um Längen mehr Spaß macht als die Doppel-Herzen, die bislang bei Audi und bei Mercedes angeboten wurden. Ein V6-Motor mit 3,5 Litern Hubraum und 225 kW/306PS und eine E-Maschine von 50 kW/68 PS - dieses Paket kann sich sehen lassen.

Natürlich geht es auch Infiniti beim elektrischen Hilfstriebwerk ums Sparen - nicht umsonst erzählen die Japaner stolz von mageren 6,2 Litern Normverbrauch. Dafür haben sie sogar einen Eco-Modus programmiert, bei dem sich das Gaspedal so zäh und teigig anfühlt, dass man den Fuß gar nicht mehr darauf abstellen möchte.
Doch schon wenn man in den Normalmodus wechselt, zeigt der Q70 sein wahres Gesicht und das Tandem spannt merklich die Muskeln an. Dreht man den Fahrregler noch eine Raste weiter, wird es tatsächlich richtig sportlich - dann spürt man die Systemleistung von 268 kW/364 PS und mehr noch das gemeinsame Drehmoment von 546 Nm und der Sparer wird zum Sportler.  Von 0 auf 100 in 5,3 Sekunden, spielend auf 250 km/h und Überholen mit einem Wimpernschlag - da soll noch einer sagen, Hybrid-Autos seien Spaßbremsen. Nur mit dem Sparen ist das dann halt so eine Sache - einstellig jedenfalls fährt man den Q70 auf diese Weise natürlich nicht.

Zwar macht der Hybrid zumindest diesseits des nervigen Öko-Modus einen rund herum gelungenen Eindruck. Doch das beste Argument gegen den Teilzeitstromer liefern die Japaner selbst - mit ihrem 170-PS-Diesel, der ab 44.500 Euro zu haben ist. 

(SP-X) (motor-traffic.de)


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