Fahrbericht: Frische Diesel für Opel Mokka und Insignia - Leiser sparen

19 Feb - Opel
Opel beschleunigt sein Diesel-Revirement und spendiert nun auch dem kleinen SUV Mokka und der Mittelklassereihe Insignia frische Selbstzünder Foto: Opel

Mit neuen Selbstzündern für das 4,28 Meter kurze Mini-SUV Mokka und das Markenflaggschiff Insignia will Opel beweisen, dass im modernen Motorenbau Verzicht ohne Reue möglich ist. So bieten die neuen Vierzylinder mehr Kraft zu geringeren Kosten und dazu eine Laufkultur, die kaum verrät, welcher Arbeitsweise das Triebwerk folgt. Das Ganze zu Kampfpreisen, die auch knausrigen Käufern Freude machen sollten.

Der Mokka ist ab sofort mit dem neuen, auch in anderen Modellen lieferbaren, 100 kW/136 PS leistenden 1,6-Liter-Diesel lieferbar. Der Selbstzünder ersetzt das bisherige 1,7-Liter-Aggregat, bietet etwas mehr Leistung und begnügt sich mit nur noch 4,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer - Bestwert im Wettbewerbsumfeld. Mit Preisen ab 24.685 Euro ist der Mokka 1.6 CDTI zugleich der Billigste seiner Leistungsklasse. Gleichzeitig erhält die Opel-Mittelklasse in Form des Insignia ein frisches Herz durch einen 125 kW/170 PS starken 2,0-Liter-Diesel mit einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. Diesen neuen Selbstzünder gibt es ab 29.895 Euro. Günstiger ist unter den immerhin 15 direkten Konkurrenten des Insignia nur der Skoda Superb, der allerdings kurz vor der Ablösung steht.

Beide Baureihen haben es eher still und leise zu fast verblüffender Beliebtheit bei deutschen Autokäufern gebracht. Der bereits sieben Jahre alte, wenn auch facegeliftete Insignia belegte in den Mittelklasseverkaufscharts des Jahres 2014 noch immer Platz fünf vor Skoda Superb und Ford Mondeo. Der Mokka dagegen fuhr in seinem SUV-Segment 2014 sogar ganz nach vorn. Positionen, die Opel durch die neuen sogenannten Flüsterdiesel festigen will.

Akustisch zu erkennen geben sich die beiden Selbstzünder tatsächlich fast nur im Leerlauf nach dem Start. Einmal in Fahrt, verliert sich der typische Dieselsound schnell in den Geräuschen von Fahrtwind und Reifen, besonders auf rauem Asphalt. Ein kurzes Nachdenken, welche Zapfsäule an der Tankstelle angesteuert werden muss, bleibt neuen Fahrern der so kultiviert klingenden Diesel deshalb nicht erspart. Trotzdem gibt es natürlich andere Charakteristika, die die Arbeitsweise der Triebwerke verraten. Etwa das von Zeit zu Zeit notwendige Nachfüllen sogenannten Adblue-Additivs beim Insignia.

Los geht es, auf Straßen rund um Dublin und über die Wicklow Mountains. Wellige, unebene Fahrbahnbeläge wechseln mit einspurigen Buckelpisten und schnellen Fernstraßen. Abwechslungsreiches Terrain für die 1,6- und 2,0-Liter-Diesel also, die beide sanft und ohne spürbare Vibrationen bei 2.000 beziehungsweise 1.750 Touren ihr Drehmomentmaximum von 320 respektive 400 Nm erreichen. Zum insgesamt guten Fahrkomfort tragen auch die leichtgängigen und präzise zu schaltenden Sechsgangboxen bei. Bequemer macht es im Mokka der optionale Sechsgangautomat, für den neuen Diesel im Insignia ist eine Automatik noch nicht lieferbar. Deshalb bleibt der 120 kW/163 PS leistende Vorgänger-Selbstzünder im Angebot. In jedem Fall verursacht die Automatik einen deutlicheren höheren Kraftstoffkonsum. Dies gilt übrigens auch für den 4x4-Antrieb, der sowohl für Mokka wie auch Insignia optional verfügbar ist.

Im Test erzielten wir mit dem Mokka Verbrauchswerte von knapp fünf Liter auf 100 Kilometer, womit er nicht nur laut Herstellerangabe "Best of Class" sein könnte. Kein Spar-Champion laut Normverbrauch, aber im Alltag doch erfreulich genügsam ist der Insignia, bei dem wir etwas über fünf Liter Verbrauch registrierten. Erstaunliche Unterschiede in ihrem jeweiligen Konkurrenzumfeld offenbaren Insignia und Mokka bei den Fahrleistungen. Während der Mokka mit einer Vmax von 191 km/h und einer Null-auf-100-Zeit von 9,9 Sekunden zu den Schnellsten seiner Gattung zählt, lässt es der Insignia beschaulicher angehen. 9,0 Sekunden als Sprintwert sind zwar eine halbe Sekunde weniger als beim Vorgänger-CDTI, genügen aber nur für den vorletzten Platz unter 15 Rivalen von Audi A4 bis zu VW Passat und Volvo S60.

Eine gute Nachricht noch für Insignia-Käufer mit dem Wunsch nach Wahlmöglichkeiten: Der neue 2,0-Liter-Dieselmotor ist für sämtliche Karosserievarianten lieferbar, also für die vier- oder fünftürigen Limousinen ebenso wie für den Kombi Sports Tourer und den Country Tourer im Offroadlook. Derweil könnte der Mokka durch den neuen 1.6 CDTI seinen Popularitätsvorsprung gegenüber der immer größeren Zahl neuer Konkurrenten halten, wie zuletzt Jeep Renegade und künftig Mazda CX-3.

Technische Daten Opel Mokka:
Fünftüriges, fünfsitziges Mini-SUV, Länge: 4,28 Meter, Breite: 1,78 Meter, Höhe: 1,66 Meter, Radstand: 2,56 Meter, Kofferraumvolumen: 356-1.372 Liter
1,6-Liter-Diesel, 100 kW/136 PS, maximales Drehmoment: 320 Nm bei 2.000 - 2.250 U/min, Vmax: 191 km/h, 0-100 km/h: 9,9 s, Durchschnittsverbrauch: 4,1-4,3 l/100 km, CO2-Ausstoß: 109-114 g/km, Effizienzklasse: A
Preis: Mokka 1.6 CDTI ab 24.685 Euro

Technische Daten - Opel Insignia 2.0 CDTI
Vier- bzw. fünftürige Limousine bzw. Kombi (Sports Tourer) der Mittelklasse, Länge: 4,84 (Sports Tourer: 4,91) Meter, Breite: 1,86 Meter, Höhe: 1,50 (Sports Tourer: 1,51) Meter, Radstand: 2,74 Meter, Kofferraumvolumen: 500-1.075 (Sports Tourer: 540 - 1.530) Liter.
2,0-Liter-Diesel, 125 kW/170 PS, max. Drehmoment 400 Nm bei 1.750 bis 2.500 U/min, Vmax 225 km/h (Sports Tourer: 220), 0-100 km/h: 9,0 (Sports Tourer: 9,4) Sekunden, Normverbrauch 4,3-4,5 (Sports Tourer: 4,5-4,7) Liter/100 km, CO2-Ausstoß 114-118 (Sports Tourer: 119-124) g/km, Effizienzklasse: A+/A
Preis: Insignia 2.0 CDTI 125 kW/170 PS ab 29.895 (Sports Tourer: ab 30.985) Euro.
(SP-X) (motor-traffic.de)

Bild: Opel beschleunigt sein Diesel-Revirement und spendiert nun auch dem kleinen SUV Mokka und der Mittelklassereihe Insignia frische Selbstzünder Foto: Opel

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