Audi Prologue - Filigrane Vorhut

20 Nov - Audi
Die Studie Prologue zeigt, wo das Audi-Design künftig hingeht. Foto: Audi Vom Thema "A9" möchte Audi-Cheftechniker Ulrich Hackenberg nichts hören und winkt ab. Schon ewig kursieren Gerüchte, dass die Ingolstädter unter diesem Namen ein mächtiges Coupé in den Markt einführen wollen, das endlich Unruhe ins schwäbische Nest bringen soll: Mercedes krönt seine Fahrkultur immerhin schon seit vielen Jahrzehnten mit einem exklusiven Coupé der Oberklasse. Doch die Studie zeige nur eine potenzielle Spielart dessen, was in Sachen Karosserie möglich sei, verkünden die Verantwortlichen; ob der ausladende Zweitürer in die Serie geht oder nicht, wird noch einige Zeit Spekulation bleiben.

Beim Design jedoch scheint die Marschrichtung klar: Der Kühlergrill wird größer, die Leuchteinheiten klein - dank Laser-Technik kein Problem mehr. Eine recht hohe Gürtellinie lässt den Prologue massiv wirken, die Radhäuser präsentieren sich dezent betont. Man wolle die Kernwerte der Marke visualisieren, referiert Designchef Marc Lichte. Darunter versteht er vor allem den bei Audi traditionellen Allradantrieb sowie die Lichttechnik. Eine markante Leuchtgrafik hinten macht den Audi unverwechselbar. Und er würde etwaigen Serienmodellen eine individuelle Signatur geben.

Doch zumindest letzteres ist ja bereits heute gang und gäbe. Das kann man von der Infotainment-Generation des Prologue wahrlich nicht behaupten. So erstreckt sich die berührungsempfindliche Bildschirm-Fläche quasi auf das gesamte Armaturenbrett. Es bleibt nicht nur bei einem oder zwei Displays, so dass der Beifahrer künftig deutlich komfortabler mitwirken kann bei der Fahrzeugsteuerung. Er muss die Hände nur nach vorn strecken und den Blick nur noch nach vorn richten, um Teil des Geschehens zu sein.

Neu für beide Frontinsassen ist ein biegsamer Screen, der bei ausgeschaltetem Fahrzeug liegend ruht. Bei Bedarf stellt er sich auf und bietet beste ergonomische Voraussetzungen zur Bedienung, da der Abstand zur Hand gleich bleibt, während man Einstellungen vornimmt. Der Handballen stützt sich dabei auf dem Wählhebel der obligatorischen Achtstufen-Automatik. Der wurde von den Architekten optisch gefällig in die betont breite Mittelkonsole integriert, unter der sich ein ausladendes Fach verbirgt. Breite Holztäfelungen an den Türen helfen dabei, den Prologue zusammen mit den üppigen Ledersesseln zu einem würdigen Oberklässler zu machen.

Doch die Technik-Welle endet lange nicht beim Interieur. Freilich verbirgt sich unter dem filigranen Blech ein 48 Volt-Bordnetz. Ein per Riementrieb verbundener Generator erreicht mit 12 kW eine beachtliche Rekuperationsleistung. Außerdem fungiert dieser umgekehrt auch als E-Maschine und kann leicht boosten. Herzstück ist der aus dem Konzern bereits bekannte Vierliter-Achtzylinder mit doppelter Aufladung - hier in einer Leistungsstufe mit 445 kW/605 PS. Der erzeugt 700 Nm und bringt die gewaltige Zugkraft mit radselektiver Steuerung auf den Asphalt, um zu jeder Zeit ein Höchstmaß an Traktion zu gewährleisten.

Dank adaptiver Luftfederung ist eine große Spanne zwischen kommodem Gleiten und sportlicher Gangart möglich. Dass das mit 5,10 Längenmeter ausladende Coupé eine sportliche Ader hat, beweist nicht zuletzt eine neuartige Allrad-Lenkung, die ihre Übersetzung je nach Geschwindigkeit verändert. Kohlefaser-Karbon-Bremsscheiben im 20-Zoll-Format mit Sechskolben-Sattel komplettieren das High-Performance-Waffenarsenal. Den Verbrauch des Boliden beziffert das Werk mit 8,6 Litern je 100 km. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 199 g/km - durchaus ansehnlich für ein Auto, das binnen 3,7 Sekunden Landstraßen-Tempo erreichen soll. (SP-X) (motor-traffic.de) Bild: Die Studie Prologue zeigt, wo das Audi-Design künftig hingeht. Foto: Audi

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